Merkurtransit 2016

Nachdem wir den Merkurtransit 2003 und die Venustransite 2004 und 2012 jeweils bei besten Bedingungen beobachten konnten, gab es bei uns keine Zweifel, dass das beim Vorübergang des Planeten Merkur vor der Sonne am 09.05.2016 auch wieder so sein würde.

Merkurtransitbeobachtung2016a

Für dieses besondere Ereignis wurden wir von der Firma Bresser / Lunt Solar wieder mit einem wertvollen H-Alpha-Sonnenteleskop (Lunt LS60) unterstützt. Dieses Fernrohr wurde im Vorfeld natürlich schon getestet. Und es wurde sogar noch ein ganz anderer Transit beobachtet, am 21.04.2016 konnte die ISS vor der Sonne fotografiert werden! Der ISS-Transit dauerte ganze 0,79s, der Finsternispfad hatte eine Breite von 6,5 km. Man musste also zur richtigen Zeit (14h27m35s) am richtigen Ort sein. Und auch die gesamte Sonne inklusive Protuberanzen lässt sich mit dem Teleskop gut abbilden.

ISS vor der Sonne. Aufnahme mit Lunt LS60 und DMK41-CCD-Kamera

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ISS vor der Sonne. Aufnahme mit Lunt LS60 und DMK41-CCD-Kamera
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Gesamtanblick der Sonne mit Protuberanzen. Lunt LS 60 / DMK41

Da bei einem solchen Merkurtransit der Planet nur als winziger kleiner Punkt vor der Sonnenscheibe entlangzieht, hatten wir keine große öffentliche Beobachtung geplant. Die Astronomie- und einige Physikkurse wurden mit Arbeits- und Beobachtungsblättern gezielt auf die Beobachtung vorbereitet. So hatten wir bevorzugt „Experten“ als Beobachter. Auf dem Schulhof wurden verschiedene Weißlicht- und H-Alpha-Instrumente aufgebaut. Um 13.00 Uhr war alles startbereit. Pünktlich um 13.12 Uhr konnten wir dann beobachten, wie Merkur sich eine besonders dekorative Stelle des Sonnenrandes für seinen Eintritt ausgesucht hatte. Direkt vor einer schönen Protuberanz war er in den H-Alpha-Teleskopen zu sehen. Wunderschön!

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Anblick im Teleskop mit Weißlicht-Filter

Trotzdem die meisten Beobachter ein Briefing hinter sich hatten, waren doch alle über den sehr, sehr kleinen, kreisrunden und schwarzen Fleck vor der Sonnenscheibe erstaunt. Das war Merkur?! Ja und man konnte seine Bewegung gerade am Anfang sehr gut wahrnehmen, der Abstand vom Sonnenrand vergrößerte sich nun nach und nach. Neben Merkur waren auch einige schöne Sonnenflecken sichtbar. Deutlich war der Unterschied des tiefschwarz erscheinenden Merkur gegenüber den eher grauen Flecken sichtbar. Ca. 250 Beobachter nutzten nun die Gelegenheit den Transit zu beobachten, jedes Teleskop wurde von einem fachkundigen Mitglied der Astro-AG betreut.

 

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Merkur vor der Sonne. Aufnahme mit H-Alpha-Filter (Daystar Quark an 130/780 Refraktor)

Nachdem der Besucherstrom abnahm, widmeten wir uns ganz dem Fotografieren. Darauf hatten wir uns schon die ganze Zeit gefreut. So eine Art Astro-AG-Romantik, ganz in Ruhe bei herrlichem Wetter beobachten, Eis essen und schöne Fotos machen, so muss es sein! Wir beobachteten bis Merkur hinter den Bäumen verschwunden war. Es war wieder einmal ein sehr eindrücklicher Tag.

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Merkur neben den beiden gut sichtbaren Sonnenfleckengruppen. Aufnahme mit Herschelprisma am 130/780 Refraktor + DMK41.
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Merkur vor der Sonne, deutlich sichtbar ist hier das chromospherische Netzwerk um die Fleckengruppen. Aufnahme mit Lunt CaK – Filter.
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… und noch einmal vor der H-Alpha-Sonne mit dem Lunt LS 60!
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